Es gibt Serien, die sind nichts für mich. Andererseits begeistere ich mich ja auch manchmal für Dinge bei denen andere sich fragen was daran toll sein soll. Genau das frage ich mich bei der von der deutschen Presse - FAZ! Zahlreiche einfache Nachdrucke der Pressabteilung in den lokalen Zeitungen! Spiegelonline! Wobei: Nein, herunterladen kann man sich die Folgen nicht vom offiziellen Angebot des ZDFs, lieber Spiegel, das recherchieren wir wohl besser nochmal, hmmm - beachteten ZDF-Serie.
Nichts gegen Trash. Ich mag Trash. Ich habe LEXX gemocht. "
Aktion Mutante" - großartiger Film. Ich mag Trash. Auch gewollten Trash. Und so könnten zumindest die Sets, die bei Tichy verwendet werden einigermaßen mein Gefallen finden, wenngleich die Außerirdischen in Episode 2 locker von jedem Gummi-Wabbel-Alien der alten Who-Serie an Glaubwürdigkeit geschlagen werden, ich meine: Ein Wasserspender? Also bitte... Jeder SF-Fan, der sich für Kostüme begeistert kann sowas um Längen besser. Also wirklich, da sind selbst die Marsianer der Sesamstraße Gold dagegen.
Schön - man hatte kein Budget. Oder wenig. Hatte man bei den alten Who-Folgen auch nicht. Seltsamerweise ist bei Doctor Who zumindest etliches herausgekommen, was auch heute noch Bestand hat sowohl von den Masken, den Kulissen als auch von den Geschichten her. Sicherlich sind die Sterntagebücher nicht einfach zu verfilmen - die Frage ist, warum hat mans dann nicht gelassen anstatt bei diesem Versuch Lem zu verfilmen so kläglich - ja - nicht lustig, nicht witzig, nicht charmant zu sein? Selbst Nora Tschirner reißt es da nicht raus.
Sicherlich haben die Macher da viel Herzblut investiert, das merkt man auch bei den Hintergrundinfos, bei den Interviews. Und sicherlich ist es mutig vom ZDF solch eine Serie ins Programm zu nehmen. Die Serie aber mit "Orion" zu vergleichen ist bei weitem übertrieben. Ebenso wie mit den alten Folgen von "Doctor Who" oder "Blakes Seven" oder "Red Dwarf".
"Orion" nahm sich zwar selbst ernst, die Dialoge sind heute wirklich hölzern ab und an, natürlich, und die Requisiten sind natürlich ebenso wie bei Tichy Alltagsgegenstände - aber zwischen den Zeilen brachte man immer wieder ein Zwinkern an, ein "Das ist zwar ernst gemeint, aber nicht unbedingt so ernst". Genau dieses Zwinkern fehlt bei Tichy. Mit einer langweiligen Todernsthaftigkeit jagt man der Handlung hinterher und wenn Tichy sich mit Pilzsoße begießt dann ist das weder witzig noch charmant sondern einfach nur eine Verschwendung von Kunstsoße. Mehr nicht.
"Sie waren tot aber Sie haben nichts verpaßt" - der Satz aus der zweiten Folge "Planet der Reserven" zeigt zudem, dass es durchaus möglich gewesen wäre anhand des Themas "Ist das jetzt der echte Tichy oder nicht wenn es die Reserve ist?" typisches Gedankengut von Lem abzuhandeln. Sicherlich sind die philosophischen Gedankengänge in den Sterntagebüchern nun nicht eins zu eins umsetzbar - aber man kann es durchaus tun wie die beiden "Solaris"-Verfilmungen zeigen. (Wobei ich Soderbergh für einen guten Regisseur halte und so schlecht ist seine Version wirklich nicht.) In der Serie allerdings bleibt dazu keine Zeit. Da wird das Thema nur angerissen, schwupps, gehts weiter mit der Handlung. Wobei man die eine oder zwei oder drei Minuten nun wirklich übrig gehabt hätte um wenigstens ansatzweise darüber nachzudenken was Identität nun ist. Nun denn.
Dies ist eine Serie, die nichts für mich ist. Ich werde meine kostbaren 30 Minuten an Fernseh/Bildschirm-Zeit auch nicht wiedergewinnen, habe aber nicht vor weitere Zeit für die Serie zu verplempern. Geschmäcker sind natürlich verschieden und ich glaube dem Ein oder Anderen wird die Serie gefallen. Nun, mir nicht. Und damit soll das Kapitel hier geschlossen werden. Schade an sich, da wäre mehr dringewesen...