Schaut man sich um, sind die Nachwuchsprobleme unübersehbar. Der Altersdurchschnitt hat sich mit viel Wohlwollen auf Mitte Dreißig eingependelt. Jungspunde, die sich für SF-Bücher begeistern sieht man keine mehr. Die Zukunft des Zukunftsgenres sieht finster aus - zumindest wenn es um die Buchform geht.
So Thorsten Kuper in seinem
Conbericht, der auf einer altmodischen HTML-Seite erscheint anstatt komplett im Blog. ;-)
Wie das deutsche Fandom gerettet werden kann sollte ja eigentlich ein eigener Programmpunkt auf dem Colonia-Con sein und da wäre ich mit Sicherheit auch vor Ort gewesen denn das ist ein Thema, das mich schon länger beschäftigt. Abgesehen mal von der Frage ob das Fandom überhaupt gerettet werden muss wäre es interessant zu erfahren was aus der Idee geworden ist eine Arbeitsgruppe zusammenzustellen die sich mit dem Nachwuchsproblem auseinandersetzten wollte. Offenbar nicht allzuviel, gehört habe ich bis heute nichts davon dass sowas offiziell getagt hätte.
Der Nachwuchs kann mit Büchern sowieso nicht mehr viel anfangen, konzentriert sein Interesse ausschließlich auf Filme und Computerspiele. So ein Resümee, das Thorsten aus dem Panel zum Thema Kurzgeschichten berichtet. Nun mag das schon sein, warum man aber dann nicht darauf eingeht, dass es durchaus erfolgreiche Novelisierungen von Computerspielen gibt ist mir ein Rätsel. Immerhin könnte man damit ja mal die Jugendlichen ans Buch bekommen, denn dass sie lesen möchten beweist Harry Potter; aber dann muss auch dafür gesorgt werden, dass der Lesestoff spannend und interessant genug aufbereitet wird. Bei den Warcraft-Büchern funktioniert das offenbar hervorragend obwohl das keine eigentlichen Jugendbüchern sind.
Bei Heftromanen ist es natürlich Unsinn diese auf betont jugendliche Thematiken trimmen zu wollen - da würde man die Alt-Leser vergraulen. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass man vielleicht mit einer Perry-Rhodan-Myspace-Seite durchaus da eine Gruppe erreichen könnte die sonst nicht zum Buch oder zum Heftroman greift. Oder man integriert einfach Themen, die heutzutage interessieren: Massenarbeitslosigkeit etwa, erzähle mir keiner im Terrania der Zukunft hätte auch wirklich jeder Arbeit.
Ein gutes - ich betone - ein gutes, wirklich gutes PR-Computerspiel wäre ja auch hilfreich. Und dazu Perry-Romane, die wiederum zurückverweisen auf die eigentliche Serie - heutzutage ist die Verwertungskette so weitgespannt, dass man da vieles machen könnte. Wohlgemerkt: Das Computerspiel müsste gut sein. Von einer Firma programmiert werden die schon etliche großartige Erfolge hinter sich hat oder solchen Leuten wie denen, die hinter "Darkstar One" stecken. Das ist wirklich gut, ich habe die Demo gespielt und es gefällt mir außerordentlich. Und nicht nur weil ich einziges Mitglied des Claudia-Kern-Fanclubs bin. ;-)
Na ja. Irgendwann - und das recht bald - sollte man sich im Fandom wirklich um die Jugend kümmern.
Übrigens: Die paar Jugendlichen die anwesend waren haben sich offenbar extrem gelangweilt. Kann man nicht verdenken wenn es keinen einzigen interessanten Programmpunkt für sie gab - zumindest das könnte man in Zukunft ja mal bei solch familiären Cons einführen. Man muss nicht unbedingt Ikea werden, aber ein klein wenig Entgegenkommen kann ja nun auch nicht schaden.