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V wie Vendetta

Am 17. März startet die Verfilmung des Kult-Comics - wenn dieser Begriff gerechtfertigt ist, dann wohl bei diesem Werk - "V for Vendetta". Nachdem bei mir die Wachowski-Brüder einen leider schlechten Eindruck mit den beiden Matrix-Fortsetzungen hinterlassen haben - Teil III habe ich bis heute nicht gesehen und werde es auch wohl nie tun - könnte "V wie Vendetta" nach den Trailern zu urteilen mich mit ihnen wieder versöhnen. Denn offenbar folgt das Drehbuch der Wachowskis ziemlich genau dem Comic. Nathalie Portman, zuletzt in "Garden State" zu sehen gewesen, beweist jedenfalls Mut wenn sie die Rolle der Evey Hammond spielt. Doch worum geht es jetzt genau?
England. 1997. Nach einem dritten Weltkrieg mit nuklearen Waffen, der Africa und Europa vernichtet hat sind die Faschisten in England an die Macht gekommen. Der totale Überwachungsstaat, gebildet durch die Abteilungen Auge, Nase, Mund und Ohr hat ein wachsames Auge auf die braven Bürger. Der Führer an der Spitze sorgt für Ruhe und für Ordnung - nebenbei hat man diese durch die Ausrottung von Pakistanis, Homosexuellen, Schwarzen, Schwulen und allen anderen missliebigen Personen erreicht.
Eines Abends, als Evey Hammond, eine 16jährige Weise, versuchen will durch Prostitution an Geld zu kommen läuft sie direkt den Fingern, der Polizei-Abteilung, in die Hände und wird von V vor einer Vergewaltigung und vor dem Tod gerettet. V erinnert in seinem Aussehen eher an Guy Fawkes als an einen Terroristen - eine Maske bedeckt sein Gesicht, sein Kostüm und sein Hut erinnern an das Theater. Evey erlebt den Auftakt von Vs Plan mit: Durch die Sprengung von Big Ben beginnt dieser seine Vendetta gegen das System. Aber nicht nur gegen dieses. Einerseits fasziniert, andererseits verwirrt beginnt für Evey und für Inspektor Finch, der V auf den Fersen ist eine Reise, die in einer ungewissen Zukunft enden wird.
Alan Moore und David Lloyd sind die Macher dieses Comic-Meisterwerkes, dass jetzt bei Panini/Dino neu aufgelegt wurde - dankenswerterweise mit den Original-Vorwörtern von 1988 sowie zwei Stories, die damals parallel zum ersten Band der dreiteiligen Serie erschienen. In dieser Hinsicht sollte man die knapp 20,- Euro die die Neuauflage kostet ruhig investieren - für das Geld bekommt man wirklich einen schönen Gegenwert.
Der Zeichenstil LLoyds ist plakativ, vereinfachend und nicht das, was man heutzutage als realistische Darstellung bezeichnen würde. Was der Zeit geschuldet werden muss, natürlich. Aber gerade durch diese Stilisierung nehmen einen die Bilder schnell ein. Es ist eine düstere, dunkle Welt die da beschrieben wird und die Charaktere und Figuren, die Alan Moore entworfen hat sind glücklicherweise nicht eindimensionale Nazibösewichter sondern Menschen, deren Motive und Handlungen durchaus nachvollziehbar sind. So ist der Führer im Comic trotz all seiner Macht am Ende einfach nur ein vereinsamter Mensch, zu keinen Gefühlen fähig außer dem zu seinem Computer. Wenn die Story zu Beginn auch noch ein wenig holprig erscheint nimmt sie doch kurz darauf gewaltig an Fahrt auf und reißt den Leser mit. Es gibt Wendungen, die einem den Atem stocken lassen, es gibt Action - jede Menge sogar - aber diese ist nur Mittel zum Zweck. Denn der philosophische Unterton, die Frage danach was Gerechtigkeit, was Freiheit eigentlich ist machen dieses Buch zu einem flammenden Fanal gegen jedwede Art der Intoleranz und gegen die Einschränkung des Rechts auf Selbstbestimmung. Ich muss gestehen, ich hatte selten so einen faszinierenden, süchtigmachenden Comic in der Hand - sehen wir vom "Long Halloween" bei Batman mal ab. Unterhaltung auf einem sehr hohem Niveau und auch wenn man nicht plant sich den Film anzusehen sollte man sich das dicke Paperback besorgen.
Wie schon gesagt, Panini/Dino hat den Comic neu aufgelegt und zur Zeit ist auch schon der Roman zum Film erschienen - man darf gespannt sein in wieweit die Wachowskis den philosophischen Unterton des Comics getroffen haben. Die Trailer auf der Webseite - Firefox scheint da übrigens gewisse Probleme zu haben wenn es um das Abspielen der Trailer geht - jedenfalls scheinen zu zeigen, dass die Brüder sich wirklich eng an den Comic gehalten haben. Wenn das der Fall ist, dann steht uns sowohl ein optisches als auch ein philosophisches Stück Kino bester Güte ins Haus - beim ersten Matrix-Film haben die Brüder Wachowski ja bewiesen, dass sie das durchaus können.
Neben Hugo "Smith" Weaving als V und Nathalie "Amidala" Portman, sind noch Stephen Rea, der in den Trailern einen glaubhaften Finch zu verkörpern scheint und Stephen Fry zu sehen. Wobei man von Hugo Weavings Gesicht nun nicht unbedingt viel sehen wird... Die Trailer, wie schon gesagt, sind optisch eindrucksvoll und ab dem 17.03. können wir uns im Kino selbst davon überzeugen in wieweit die Verfilmung gelungen ist. Optisch, wie schon erwähnt, sieht das jedenfalls nach ganz großem Tennis aus. Und wer sich jetzt schon mal eine Kritik durchlesen möchte, sei auf AICN verwiesen...
Geschrieben von: Christian Spliess
14.02.2006, 02:28 Uhr | Kategorie: Filme
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Funksprüche zu diesem Eintrag

  1. V! Yeah! Der beste Comic, den ich je gelesen habe, wird verfilmt! Ich kann es kaum noch erwarten! Kommt am 17.3. der Film in die deutschen Kinos? Papakiesel am 14.02.2006 um 08:20 | #
  2. Laut meinen Informationen ja. Zwar ist bei den anderen Quellen der 16. angegeben, auf der offiziellen Seite aber der 17. weltweit. Eventuell spielt da die Zeitverzögerung mit.
    Und nach den Trailern und der Kritik von AICN freue ich mich richtig drauf.
    Ad Astra
    Christian Spliess (Info) am 14.02.2006 um 11:58 | #
  3. Wie ich sagte: Yeah! :-) Papakiesel am 14.02.2006 um 13:09 | #
  4. Gefallen hat ihm der Film aber dennoch:
    "Ein Film, auf den man sich freuen kann. Auch, wenn man an Titel größere Ansprüche stellt, denen normale Blockbuster für gewöhnlich nicht gerecht werden."
    Und das werden wir dann mal tun.
    Ad Astra
    Christian Spliess (Info) am 15.02.2006 um 18:24 | #
  5. mannmann: "Nachdem bei mir die Wachowski-Brüder einen leider schlechten Eindruck mit den beiden Matrix-Fortsetzungen hinterlassen haben - Teil III habe ich bis heute nicht gesehen und werde es auch wohl nie tun -" Was soll man von jemandem erwarten, der mit seiner Ignoranz auch noch prahlerisch hausieren geht. Wo kommt der der schlechte Eindruck her, wenn der Film noch nicht mal gesehen wurde? shanghai road am 15.02.2006 um 20:22 | #
  6. Es sollte wohl klar sein, dass ich Teil II sehr wohl gesehen, für überaus schlecht gefunden und dann Teil III ausgelassen habe. Ich hätte vielleicht das kleine Wörtchen "beide" nicht hinschreiben sollen, aber ich dachte das wird auch so klar. Meine Güte, so viel Intelligenz darf ich doch wohl von SF-Fans verlangen...
    Na ja, irgendwann musste ja das erste "Bäh, gefällt mir nicht"-Posting hier aufschlagen. Herzlichen Glückwunsch also. Übrigens: Ja. Trash-Mail ist schon nett. Aber wenn man anonym posten möchte, sollte man doch konsequent sein und die Mailadresse gar nicht angeben, gelle? Ich als Admin sehe die nämlich durchaus, wenn sie auch nicht im Blog auftaucht. Tja...
    Christian Spliess (Info) am 16.02.2006 um 00:46 | #

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