Zugegeben - ich lese den Stern nicht. Jedenfalls die Printausgabe nicht und auch die Webseite kaum. Daher kann ich auch nicht genau abschätzen inwieweit die Vorwürfe, die derzeit im Perry-Rhodan-Fandom gegenüber dem Stern erhoben werden relevant sind oder nicht. Da ich allerdings einige der Fans, die sich zu Wort melden kenne kann ich vermuten: Der Artikel dürfte so ziemlich das Schlechteste sein, dass über PR neuerdings veröffntlicht wurde.
Im Galaktischen Forum, das von VPM für die Fans bereitgestellt Angebot, sind die Wogen jedenfalls
beträchtlich hoch. Zitate aus dem Stern-Artikel, die sich dort finden, lauten in etwa: "Im Handlungsgerüst des Gründungsvaters Scheer finden sich Anleihen an die krudesten Wahnvorstellungen der Nazis wieder. [...] K.H. Scheer hätte als ein vom Lauf der Geschichte frustrierter U-Boot-Ingenieur seinen kruden Fantasien freien Lauf gelassen."
Da wäre er also mal wieder: Der Vorwurf des faschistoiden Gedankengutes, der alle Jahre wieder mal rausgekramt wird und den nicht nur die damalige Linke des Fandoms sondern auch etliche Seminararbeiten aus der Zeit der 60ger aufgreifen. Natürlich ist es sehr bequem den Vorwurf herauszukramen und er mag in Teilen auch berechtigt sein - dazu müsste man aber erstmal eine genaue, detailliertere Untersuchung der ersten drei, vier Zyklen vornehmen aus heutiger Sicht, eine Arbeit die bisher nicht geleistet worden ist soweit mir bekannt ist - jedoch wird dieser Vorwurf stets auf eine frühe Phase der Serie angewendet. Militaristische SF, seltsam, der Begriff erfreut sich doch heute gerade wieder einer Beliebtheit wie noch nie, ist Perry-Rhodan sicherlich in den Anfängen gewesen, man muss vielleicht auch nochmal an die Umstände des "Kalten Krieges" erinnern die für die ersten Zyklen prägend waren. Doch spätestens seit Voltz ist der allgemeine schnell hervorgekramte Faschismus-Vorwurf obsolet, wer sich die Serie um Band 500, 600 oder mal ab 1000 anschaut wird feststellen dass hier ein anderer Wind weht. Im Übrigen: Als damals die Dscherro auftraten, ein ziemlich radikales Kriegervolk, waren es gerade die Leser der Serie selbst die kritisch hinterfragten ob in dieser modernen Zeit es eigentlich opportun sei solch ein Volk in die Serie einzuführen und die vielen Gewaltszenen waren etlichen Lesern ein Dorn im Auge.
Der Artikel im "Stern" scheint jedenfalls schlecht recherchiert zu sein, wird doch dort wirklich allem Anschein nach behauptet, Perry und Atlan träfen schon auf dem Mond zusammen - jeder weiß, dass Perry dem Arkoniden Crest begegnete, Atlan kommt erst viel später vor - oder dass eben dieser Atlan bei der Gründung der Dritten Macht mit von der Partie gewesen sei. Das ist einfach schlampig recherchiert und man fragt sich, wenn der "Stern", der
laut Frick mit kostenlosem Bildmaterial und vielen Informationen unterstützt wurde selbst offensichtlich Fakten nicht in der Printausgabe bringen kann inwieweit es dann mit der eigentlichen Qualität des Magazins bestellt ist.
Eines kann man jedenfalls mit Sicherheit feststellen: Sich mit dem Perry-Rhodan-Fandom anzulegen, das sollte man auf keinen Fall tun. Man zieht, wenn man offenbar schlecht recherchiert hat, auf jeden Fall den Kürzeren.