Seltsam, dass ich das noch nicht im BoingBoing gelesen habe, da dürfte
diese Meldung eigentlich die Tage auftauchen: TOR wird in Zukunft keine DRM-Ebooks mehr verkaufen. DRM ist, wir erinnern uns, diese Sache mit dem "Eigentlich darfst du nur das tun, was ich dir gestatte"-Prinzip, was bei Apples Itunes zwar etwas legerer gehandhabt wird als bei - hmm - dem Downloadportal der Telekom beispielsweise, nichtsdestotrotz ist DRM nicht unbedingt eine Sache, die ich für unterstützenswert halte. (Und auch deswegen habe ich keinen Account bei Apple.) Die Gründe für TOR sind, um Books Executive Editor Patrick Nielsen Hayden zu zitieren:
We’ve tested a lot of e-book waters, including various cockamamie schemes involving overpriced e-books laden with DRM. Oddly enough a lot of those ‘books’ didn’t even sell enough copies to pay for their file-conversion costs. Meanwhile, it hasn’t escaped our notice that Jim Baen has been doing something that works, that people like, and that makes money.
Baen? wird sich jetzt mancher fragen. Baen? Muss ich den Verlag kennen? So als
Leser von SF-Büchern? Hmm, ich würde sagen und ich sage es auch: Ja. Man sollte ihn kennen. Louis MacMaster Bujold veröffentlicht unter anderem da, über den Namen sollte man hierzulande in der letzten Zeit gestolpert sein, der von Dirk van den Boom geschätzte John Ringo ebenfalls und neben Larry Niven auch noch eine Menge von anderen Autoren, die man schon kennen müsste. Der Baen-Verlag hat eine Reihe von Romanen online gestellt, die man kostenlos lesen darf. Und wird im Juni eine zweimonatliche Anthologie-Reihe starten, Jim Baen's Universe, die man nur als Ebook bekommt. 30$ kosten die ersten sechs Ausgaben.
As with all of Baen Publishing’s electronic offerings, Jim Baen’s Universe is published completely unencrypted and without any Digital Rights Management schemes or copy protection.
Wenn TOR, einer der größten Verlagen von Genreliteratur in den USA, jetzt bemerkt hat, dass man viel mehr Kosten für DRM-Systeme ausgibt als diese DRM-Ebooks letztlich einbringen - dann ist das zumindest ein Schritt in die richtige Richtung und ich denke, das wird etliche Verlage hier wie drüben ins Nachdenken bringen.