Ist es kontraproduktiv wenn ein Autor bevor sein Buch bei Amazon erscheint - am 01.04. können die englischsprachigen Leser hier und überall auf der Welt bestellen - dieses als PDF-Ebook zur Verfügung stellt? Mit dem Hinweis, man möge doch bitte die gedruckte Fassung bei Amazon kaufen? Und dass weder der Autor noch der Verlag irgendwas dagegen hat wenn man das Ebook weitergibt,
verlinkt oder was auch immer damit tut? Manche würden es kontraproduktiv nennen, in der Tat.
Allerdings spielt Scott Sigler schon irgendwie in einer eigenen Liga. Wir erinnern uns vielleicht: Scott hatte ein Manuskript fertig, einen SF-Horror-Genremix namens "Earthcore". Allerdings kam der anvisierte Vertrag mit dem Verlag nie zustande so dass Scott sich einfach hinsetzte - vielmehr hinstellte wie wir ja seit neuestem wissen ;-) - das Ganze als Podcast aufnahm und es auf seiner Webseite online stellte. Er war mit einer der ersten Autoren die sowas taten. Jedermann konnte sich "Earthcore" kostenlos herunterladen, das Format spielte dabei ein wenig mit dem Prinzip des Cliffhangers und die Mischung aus viel Blut und etwas SF fand ihre Leser, pardon, Hörer. Und wie das Format seine Hörer fand - der Podcast avancierte bald zu einem "Bestseller", schließlich gab es das Ganze dann auch mit Zusatzmaterial als Buch zu bestellen. Und der "Earthcore"-Podcast wurde dann als Audiobook bei Itunes angeboten. Nach "Earthcore" kam "Ancestor" - ebenso blutig, ebenso ein wenig SF in der Handlung, ebenfalls mit nervenaufreibenden Cliffhangern, ebenso erfolgreich. "Infection" und "The Rookie" folgten.
Oh, Downloadzahlen von "
Ancestor" bisher? So grob? 700.000. Rechnen wir mal nicht die potentiellen 4,3 Millionen Zuhörer bei Sirius Satellite - ja, ein Satellitenradio aus den USA, die arbeiten unter anderem mit Adam Curry zusammen - dazu. Eigentlich bräuchte Scott wohl kaum noch für die Printausgabe von "Ancestor" die Trommel zu rühren, aber er tuts dennoch und natürlich kann man sagen, dass es kontraproduktiv ist Inhalte komplett aus der Hand zu geben - andererseits, wer liest denn schon 275 Seiten als PDF-File am Computerbildschirm? Klar, man kann sie natürlich für den PDA oder fürs Handy umwandeln, aber in diesem Fall ist es doch angenehmer wenn das Ganze in gedruckter Form vor einem liegt. Insofern - ob wirklich jeder, der sich das PDF herunterlädt zum Buchkäufer wird ist natürlich fraglich, aber andererseits hat der gedruckten Auflage auch bisher nie geschadet wenn man
Cory Doctorow als Vergleich heranzieht oder etlichen Open-Access-Erfahrungen im
wissenschaftlichen Bereich...