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Schäm dich, mutloses ZDF!

Es ist durchaus lobenswert wenn das ZDF im Rahmen des Kleinen Fernsehspiels Mut beweist - wie zuletzt mit Ijon Tichy, wenn der auch nicht mein Gefallen gefunden hat. So ist heute um Mitternacht der Start einer Reihe namens "Agenda 2020 - Wie werden wir leben?". Ebenfalls im Rahmen des kleinen Fernsehspiels entstanden fünf Filme, die sich die Frage stellen wie die Zukunft sein wird. Und wenn man sich die Beiträge so anschaut ist das Thema Überwachungsgesellschaft sicherlich eines, dass offenbar momentan am Horizont steht.
Mit TeenageExpress und Auf Nummer sicher? präsentieren wir Spielfilme, die mit einer Mischform aus dokumentarischen Aufnahmen und fiktiven Figuren arbeiten. [...] Das Sci-Fi-Drama TRUST.Wohltat , ein rein fiktionaler Film, verbindet die pointierte Zukunftsvorstellung einer überalternden Gesellschaft mit der melodramatischen Liebesgeschichte eines jungen Paares, während die Krimigroteske Innere Werte eine spannende und zugleich komische Zukunftsvision um den wachsenden Stellenwert körperlicher Idealbilder entwirft. In Form eines Videotagebuches beschäftigt sich Die Überflüssigen auf überraschende Weise mit der Arbeitsmarktsituation zehn Jahre nach der Hartz'schen Agenda 2010.


Die weiteren Details kann man natürlich beim ZDF nachlesen. Anstatt aber dass jetzt der Mut der Filmemacher dadurch belohnt dass diese kleinen und feinen Ergebnisse des Kleinen Fernsehspiels an einem vernünftigen Sendeplatz gezeigt werden - der für Großproduktionen wie "2030 - Aufstand der Alten" oder "2057 - Unser Leben in der Zukunft" reserviert war - werden diese Produktionen auf einen Sendeplatz gelegt der unakzeptabel, aber üblich ist - Ijon Tichy lief ja auch spät am Montag-Abend. Um Mitternacht also kann man jetzt fünf Filme erleben, die auf originelle und kreative Weise sich mit SF beschäftigen. Finanziert vom ZDF. Für das SF offenbar nur dann wirklich vorzeigbar ist wenn dokumentarische Elemente oder gar Dokudramen in der Produktion enthalten sind. Und online - online sind die Filme wohl auch nicht ihm Nachhinein zu sehen. Obwohl diese, wie geschrieben und auf der Webseite des ZDFs zu lesen, vom ZDF finanziert sind. Da könnte man ja durchaus meinen, dass die Rechte abgeklärt seien für eine Online-Ausstrahlung. Schließlich könnte man ja als GEZ-Zahler für PCs auf eine Aussage pochen, dass fünfzig Prozent des Programms ja künftig online zu sehen sein sollen. Künftig - ah ja - das versteht das ZDF also unter SF...
Geschrieben von: Christian Spliess
14.05.2007, 22:41 Uhr | Kategorie: Filme
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Funksprüche zu diesem Eintrag

  1. Kann dem Geschriebenen hier nur zustimmen. Ich selbst bin völlig unvorbereitet und per Zufall beim Zappen auf den Film "Auf Nummer sicher?" von David Dietl gestossen (und auch noch hängengeblieben - und das beim ZDF!). Ich kann nur sagen, der Film war sehr gut gemacht und hochspannend, also durchweg für einen weitaus besseren Termin tauglich. Sehr schade auf zwei Seiten: 1. weil speziell dieser Film durchaus bessere Quoten gebracht und verdient gehabt hätte und 2. dass die Leute vom ZDF zwar Filme von Nachwuchskünstlern unterstützen, aber die Produkte anschliessend selbst nicht anschauen. Nämlich genau das ist hier passiert (meiner Meinung nach). Im Film wird gezeigt, was mit der neuen Technologie "angestellt" werden kann - und wie die Bevölkerung damit umgeht bzw. informiert wird. Und genauso stiefmütterlich wurde dieser Film behandelt.
    Bleibt zu hoffen, dass sich das ZDF (wie auch alle anderen öffentlich Rechtlichen) darauf besinnt, zukünftig solche "Eigengewächse" wie auch anderes im Internet auszustrahlen. Weil soo prickelnd sind die Internet-Auftritte von ARD, ZDF und den anderen noch nicht, dass sie die GEZ-Gebühren rechtfertigen und bei mir als Start-Seite aufgenommen werden...
    Sascha Jokel am 19.05.2007 um 07:43 | #
  2. Das ZDF beweist in meiner Wahrnehmung mal wieder sein Talent gute Sachen lieber nachts zu versenken als tagsüber zu versenden. Zudem erleben Nachtsendungen oft Verschiebungen, weil die Nacht auch als Gedenkplatz frisch verstorbener Film- und Fernsehschaffender dient.

    Ob eine Sendung zum angegebenen Zeitpunkt kommt ist daher eher Lotto.

    Und am Ende kann man sagen, "hat ja keiner geguckt", undankbares Publikum. Klar, wenn man es vergrätzt und es schließlich aufsteckt.
    Marc am 20.05.2007 um 06:41 | #
  3. ich seh das mit den sendeplätzen genau so wie ihr.
    aber was können wir tun, damit die filme , oder eben solche filme, früher gezeigt werden.
    sollte man die redaktion mit protestmails überfluten?
    nicht einschalten?

    tja, das finde ich das schlimmste. erkennen das es so nicht geht. aber ändernß können wir das?

    matti
    matti am 20.05.2007 um 10:53 | #

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Autor: Christian Spließ | Herausgeber: medienrauschen Netzwerk | Alle Rechte vorbehalten.

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