Perry-Rhodan-Fanzentrale vor dem Aus?
Das wird ein überaus spannender Colonia-Con in diesem Jahr, denn bei diesem Con wird über die Auflösung der Perry-Rhodan-Fanzentrale beraten werden. Den Antrag stellte Erik Schreiber, seines Zeichens Schatzmeister des Vereins. Steht so in der SOL 41 die ich zwar nicht beziehe, aber natürlich erregt die Nachricht im Fandom doch einiges Aufsehen. Und so ist sie auch spät, aber dann doch zu mir durchgedrungen. Nun gut, der Colonia-Con findet auch erst im Juni statt, von daher ist es noch etwas hin.
Interessant, wenn man eine Organisation von ihren Anfängen verfolgen kann. Ich weiß nicht genau, bei welchen SF-Tagen-NRW es verkündet wurde, aber ich weiß, dass ich damals die Sache mit den Anwesenden diskutierte. Und nicht nur ich, auch das ganze andere Perry-Fandom - damals gab noch einen Haufen von kleineren Clubs - war skeptisch. Ursprünglich sollte die PRFZ eine Art Dachorganisation sein, als Sammelzentrum der Club-Aktivitäten dienen. Das schmeckte schon damals etliche nicht. Dass aus dieser Idee etwas anderes wurde, war dann eine Entwicklung, die durchaus verfolgt wurde. Letztendlich wurde die PRFZ zu einer Art Service-Zentrale für den Fan, der sich irgendwie nicht so recht aktiv beteiligen wollte, aber mit seinem Mitgliedsbeitrag halt generell Materialien und Infos zur Serie bekam. Die Fan-Edition förderte neue Autoren, es gab Jahrbücher und so weiter und so fort. Das funktionierte solange wie sich Leute fanden, die dann doch letztendlich aktiv in der Zentrale mitarbeiteten.
Und daran krankt es offenbar. Aber, so stellt sich hier die Frage, ist das denn ein Wunder wenn man als Organisation nichts weiter sein möchte als eine Service-Zentrale, die ihre Zielgruppe halt dahin erzieht, dass diese nichts zu machen braucht weil man ja alles geliefert bekommt? Abgesehen mal davon, dass zur Zeit ein Umbruch in der Fanszene vor sich geht. Diejenigen, die früher aktiv waren werden immer älter und der Nachwuchs ist zumindest bei literarischen Conventions rar gesät. Ich persönlich halte es immer noch für einen Fehler, dass man nicht genauer auf die Jugendlichen zugeht und attraktive Angebote macht, aber dazu hat ja VPM eine Art Task-Force gegründet die sich darüber Gedanken macht. Patentlösungen kann man da nicht geben, höchstens sich Gedanken darüber machen wie man heutzutage die Jugendlichen über die Schwelle bekommt.
Bis zum Juni ist es noch etwas hin, also noch genügend Zeit sich Gedanken zu machen, Konzepte zu entwerfen und Lösungen zu beratschlagen. Die Zukunft der SOL übrigens ist in jedem Fall gesichert: Der Verlag Achim Havemann, der auch die "Phantastisch!" herausbringt, hat sich angeboten diese weiterzuführen - selbst wenn die PRFZ aufgelöst werden sollte.