Michael Piller - RIP
Michael Piller hat vermutlich nicht nur mich sondern auch eine ganze Reihe anderer Heranwachsender geprägt, die in den 90gern beim ZDF am Nachmittag nach der Schule vielleicht auch wie ich zum ersten Mal überhaupt mit Star-Trek in Verbindung kamen. Picard, Riker, Troi und Data haben mir zumindest gezeigt, dass das Leben nicht immer harsch, unfreundlich und hart sein muss sondern dass es vielleicht doch eine Alternative gibt.
Okay, Star Trek ist Fernsehen. Star Trek ist eine SF-Serie. Das Universum wird sich wahrscheinlich nicht so entwickeln wie Rhodenberry das gerne gehabt hätte, aber um es mit einer anderen Serie zu sagen: "Hope is what keeps us going." Irgendwann vielleicht wird das Universum ja wirklich so wie bei TNG sein: Eine große, freundliche Gemeinschaft, in der alle in Frieden zusammenleben. (Der Autor träumt für einige Sekunden vor sich hin...)
Andererseits hat Michael Piller auch "Deep Space Nine" mitentwickelt und geprägt, für mich immer noch die beste Star-Trek-Serie aller Zeiten und die ist nun alles andere als nett, harmlos und ein Beweis dafür, dass die Verhältnisse halt nicht so sind: Man könnte eine ganze Abhandlung darüber schreiben, wie dunkel und düster diese Serie ist. Schlussendlich hat es die Auseinandersetzung mit dem Dominion gezeigt, aber die Ansätze sind auch schon vorher vorhanden. "Deep Space Nine" ist die mit Abstand erwachsenste Serie des ST-Franchises. Und wenn jetzt auch Dutzende von Kommentare dazu kommen mögen: "Voyager", "Enterprise" - ja, die waren nett. Schon. Irgendwie. Seien wir ehrlich: Sisko hat in "Deep Space Nine" den besseren Charakterwechsel vom eher versöhnenden Commander zum Dominion-Kriegshelden hinbekommen. Etwas, was "Enterprise" in der dritten Staffel versucht hat, aber für mich nicht glaubwürdig mit Jonathan Archer umgesetzt hat. Bei Sisko hats allerdings gepasst.
Zugegeben, "Dead Zone" habe ich nach zwei Folgen der ersten Staffel nicht mehr gesehen, weil sie mir da zu sehr schematisch war und die Charaktere da für mich nicht glaubwürdig rüberkamen. Vielleicht, wenn ich an DSN denke, ist das ein Fehler gewesen. Vielleicht ist auch "Dead Zone" mit den zerrissenem Hauptcharakter das ideale Betätigungsfeld für Michael Piller gewesen und vielleicht mögen die anderen Staffeln da auch besser sein. Wie dem auch sei - Danke, Michael! Danke für viele unterhaltsame und nachdenkliche Fernsehstunden! Mögest du einen leichten Tod gehabt haben. Michael Piller - Rest in Peace.