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Markt und Straßen stehn verlassen…

Softwareumstellungen sind schon toll. So an sich. Neue Features, neue Möglichkeiten, neue Dinge, die man ausprobieren kann. Wenn allerdings diese Verbesserungen dazu führen, dass sich zahlende Spieler aus einem Multiplayer-Online-Game zurückziehen, dann sollten sich die Macher vielleicht mal überlegen ob da nicht was schief läuft.
Momentan laufen nämlich Star Wars Galaxies die alteingesessenen Spieler davon, so Wired, weil Sony Online Entertainment die Regeln geändert hat. Gab es vorher eine Vielzahl von Charakterklassen aus denen man wählen konnte, nämlich 30, sind es jetzt nur noch 9. Und während man in der alten Version ziemlich viel Glück haben musste um die Klasse des Jedi spielen zu können ist diese jetzt von Anfang an dabei. Fans kritisieren, dass Sony das Spiel zu einem Shoot'em'Up für Pubertierende gemacht hat. Und das Point-and-Klick-Kampfsystem stößt auch nicht gerade auf helle Begeisterung. Immerhin 15$ im Monat muss man für das Online-Spiel bezahlen, Sony versucht mit diesen Änderungen neue Spieler an Bord zu holen und hofft offenbar noch auf die Nachwirkungen des letzten Kinofilms.
Man kann sich natürlich fragen, warum die Fans einen solchen Aufstand machen - schließlich ist das doch nur ein Spiel, da werden halt Regeln geändert, was soll es also. Vergegenwärtigen muss man sich in diesem Fall, dass die älteren Spieler viel Zeit und viel Mühe in dieses Spiel investiert haben: Man hat einen Charakter erschaffen, der einem lieb und wert ist, hat Kontakte gepflegt und Aufträge erledigt, hat also sehr viel von sich selbst ins Spiel gesteckt und wenn einem dann gesagt wird: Tja, sorry, aber in knapp anderthalb Wochen darfst du wieder von vorne anfangen, dann ist das eine empfindliche Schlappe für den Spieler. Der wird dann wohl auch kaum den neuen Regeln eine Chance geben.
Pikant an der Geschichte: Die Umstellung erfolgt kurz nachdem ein Software-Update in den Läden stand. Sony hat also, so kritisieren die Fans, in vollem Bewußtsein etwas vermarktet und verkauft, was sich gar nicht mehr spielen lassen können wird. Immerhin erstattet Lucas wohl den Kaufpreis.
Natürlich sieht Sony das alles ganz anders und äußert sich mißmutig über die Tatsache, dass die Fans nicht genug Vertrauen ins Spiel haben. Man bekäme doch auch neue Features, so neue Lightsaber-Modelle und außerdem würden die alten Spieler von einem blauen Halo umgeben sein - so wie Obi-Wan in der alten Trilogie. Man wolle den neuen Spielern ein familiärers, leichter zugängliches Spiel anbieten, so Julio Torres, Game Executive bei Sony.
Natürlich sind momentan keine Zahlen bekannt, aber wohl an die 300 Star-Wars-Spieler sind momentan zu World of Warcraft gewechselt. Dass die neuen Spieler lange bleiben, bezweifeln die alten Fans: Sicher seien die Regeln eher für diejenigen gedacht, die nur ab und an online spielen möchten doch diese basieren auf dem alten System, das relativ weiten Spielraum bot und eben nicht für einen schnellen Kampf gegen Darth Vader gedacht war. Außerdem hätte sich der Support in der Vergangenheit angesichts von Glitches und Bugs nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Es bleibt abzuwarten, ob das neue Konzept angenommen wird, allerdings hat Sony schon jetzt erhebliche Verluste hinnehmen müssen und wird diese wohl kaum mit neuen Spielern ausgleichen können.
Geschrieben von: Christian Spliess
14.12.2005, 16:59 Uhr | Kategorie: Allgemein Serien
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