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Koi… Mil Gaya

Vorwort: Kommentare vorsorglich abgeschaltet.
"Koi Mil Gaya" gilt als erster SF-Film Indiens. Dass er hierzulande bei den SF-Fans bisher unbemerkt geblieben ist - schließlich lief er schon 2003 in Indien und kam auch hier in die Kinos - ist insofern nicht erstaunlich weil die meisten SF-Fans sich wohl kaum einen SF-Film mit 171 Minuten Länge vorstellen können in der ausgiebig gesungen und getanzt wird. Da der Film aber der Vorläufer von "Krrish" ist, der jetzt in einigen deutschen Kinos gezeigt wird und eine Alternative zu "Superman Returns" darstellt, Superhelden kommen halt in beiden Filmen vor, kann es nicht schaden mal einen Blick auf den Film zu werfen. Vorneweg: Wer "ET" kennt, dem wird etliches bekannt vorkommen...
Sanjay Mehra ist Wissenschaftler, der versucht mit außerirdischen Intelligenzen Kontakt aufzunehmen. Das gelingt ihm auch eines Tages, aber es kommt zu einem Unfall bei dem er sein Leben verliert und seine schwangere Frau überlebt. Doch der Unfall hat Nachwirkungen: Rohit Mehra, Sanjays Sohn, ist geistig behindert, sein Körper ist der eines 20jährigens Mannes, sein Geist allerdings ist der auf dem Stand eines Siebtklässlers. Durch einen Zufall lernt er die junge Nisha kennen, die ihn zuerst für einen totalen Idioten hält aber später seine Freundin wird - allerdings ist Nisha mit Harbans liiert und betrachtet die Freundschaft mit Rohit zuerst nur als reine Freundschaft und nichts mehr. Als Rohit verwehrt wird am Computerkurs der Schule mitzumachen bietet Nisha ihm an, es ihm beizubringen und gemeinsam setzen sie den alten Computer seines Vaters in Gang. Kurze Zeit später bekommen sie Besuch aus dem All - ein riesiges Raumschiff landet und startet kurze Zeit später. Allerdings ohne einen Insassen. Der hat sich nämlich vor einem Elefanten erschreckt und den Abflug verpasst. Rohit und seine Freunde finden ihn schließlich, verstecken ihn und als das Alien, das den Namen Jaboo bekommt, die Geschichte von Rohit mitbekommt verleiht er ihm Kräfte, die über die eines Menschen hinausgehen. Rohit ist auf einmal sehr stark und sehr intelligent und in diesem Zustand nimmt er es sogar mit Harbans und seine Bande auf. Doch schließlich sieht auch Rohit ein, dass Jaboo zurück auf seinen Planeten gehört. Also telefoniert Rohit nach Hause. Es kommt natürlich zu einem actionreichen Finale, da das Militär zwischenzeitlich Jaboo in seine Fänge bekommt, Rohit befreit es aber noch rechtzeitig bevor das Schiff ankommt. Allerdings: Wenn Jaboo geht, dann verliert auch Rohit all seine Kräfte. Natürlich kommts zum Happy-End und damit ist auch klar, was uns in "Krrish" erwarten wird.

Dass KMG sich als ET-Version von Bollywood entpuppt wird schon früh klar, wenn nämlich musikalisches in einer Verfolgungszene zu Beginn das berühmte ET-Thema von Goldsmith zitiert wird. Sehen wir mal von der Handlung ab, die natürlich einige indische Zutaten enhält, kann man den Film als gelungene Familienunterhaltung bezeichnen und ich bezeichne ihn durchaus so. Nun ist das Budget dieses Films natürlich nicht mit dem vergleichbar das Hollywood-Produktionen aufbieten können - allerdings sind das Raumschiff sowie die anderen Special-Effects schon beeindruckend. Doch. Durchaus. Es macht schon Spass wenn Hrithik Roshan, der Darsteller des Rohit, mit seinem Schatten tanzt oder im ensprechenden Song Jaboo die Wolken zu Gesichtern der singenden Kids verformt. Jaboo selbst ist irgendwie putzig wenngleich keine CGI-Kreatur.
Kommen wir zu den Schauspielern und da ist Hrithik Roshan wirklich beeindruckend. Nicht nur, dass er sowohl den kindischen Rohit als auch den erwachsenen ausnehmend gut darstellt, da passt dann einfach alles: Die Köpersprache, es ist beeindruckend wie er als Rohit geht oder seine Hände bewegt, und die Mimik bringt Frauenherzen zum Schmelzen. Für die Männer ist Preity Zintha da. Gut, ihre Rolle ist nun nicht besonders schauspielerisch fordernd aber Preity ist eine Darstellerin die selbst aus solchen Rollen das Beste rausholt. Und tanzen kann die Gute, seufz...
Noch aus dem Cast ragt Rekha Roshan heraus, die Rohits Mutter spielt. Wenn sie Harbans' Clique zusammenstaucht weil die Rohan fertiggemacht haben ist das einer der beeindruckensten Momente vor der Pause und auch später ist sie sehr präsent, wenngleich auch nicht dominierend.
Wichtig für einen indischen Film sind natürlich die Songs und die Musik. Diese ist in KMG zwar kein großartiger Knaller, die Songs bleiben einem nach dem Hören nicht unbedingt im Ohr, aber das Leitmotiv, das die Aliens herbeiruft und in fast allen Songs vorkommt, bleibt dann doch hängen. Und bis auf den Disco-Song nach der Pause ist das Ganze auch durchaus annehmbar.
KMG ist solide, gut gemachte Familienunterhaltung mit tollen Tanzszenen, gut choreographierten Actionsequenzen und flotten, wenn auch nicht allzu beeindruckenden Songs. Dass die Story von ET "inspiriert" wurde ist sehr offensichtlich, aber wenn man das akzeptiert und sich zurücklehnt dann hat man einen netten, angenehm unterhaltenden indischen Film mit SF-Elementen. Und das reicht für einen Sonntag-Nachmittag durchaus aus. ;-)
Geschrieben von: Christian Spliess
08.07.2006, 18:40 Uhr | Kategorie: Filme
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