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“Hyperdrive” auf Comedy Central

Woher die Unsitte kommt englischen Titeln noch einen bescheuerten deutschen Untertitel zu verleihen ist bestimmt von verrückten Wissenschaftlern schon erforscht worden - wie um alles in der Welt kommen die Macher der deutschen Fassung von "Hyperdrive" auf den bescheuerten Untertitel "Der Knall im All"? Und warum können Pressemeldungen nicht genauer sein?
Na schön - die gute Nachricht zuerst: Comedy Central wird im Rahmen eines Spezial-Programms die erste Staffel von "Hyperdrive" ausstrahlen. Am 06.10. und 07.10., jeweils drei Folgen hintereinander womit anderthalb Stunden - plus Werbung - gut gefüllt haben sollte. Ich vermute stark, dass die Serie synchronisiert ausgestrahlt wird, aber da Comedy Central komischerweise nicht im DVB-T-Angebot meiner Wahl zu finden ist kann ich dazu nichts sagen, die Pressemitteilung schweigt sich auch dazu aus.

Kommen wir aber mal zu einigen Dingen, die unbedingt richtig gestellt werden müssen - wer auch immer die Pressemeldung verfaßt hat hat wohl nie eine Folge der Serie gesehen oder seinen Praktikanten oder die Praktikantin dazu abgestellt:

Zum Inhalt: Die Crew des Raumschiffs "HMS Camden Lock" versucht, Großbritanniens Ansprüche im unendlichen Weltall zu vertreten. Dies ist jedoch gar nicht so leicht, denn ihr Captain, Commander Henderson, tut sich schwer mit konkreten Entscheidungen. Die Besatzung ist auch keine große Hilfe, denn der Erste Offizier York ist zwar ein brillanter Wissenschaftler, leidet aber an einem Borderline-Syndrom und hegt zunehmend Meuterei-Phantasien. Auf ihrer Tour durchs All trifft die Crew auf Aliens -und zwar eine ganze Menge davon. Die wollen der tapferen Mannschaft meist an die Wäsche. Die Flagge der britischen Kultur im All hochzuhalten ist für die gestandenen Weltraumhelden eben nicht immer ein Vergnügen.


Commander Henderson tut sich überhaupt nicht schwer mit konkreten Entscheidungen. Im Gegenteil, gerade dann wenn es drauf ankommt tut er genau das Richtige. Na ja, okay, das mit dem Meteoriten... Oder wie er in die Fall der Quappuaner tappt... Schön, ab und an macht er mal das Richtige. Das einzige Mal dass er sich wirklich verkriecht ist in der letzten Folge der ersten Staffel, aber eine Kategorie J-Inspektion ist auch wirklich kein Zuckerschlecken. Ob York an einem Borderline-Syndrom leidet - kann man so sehen - Meutern aber würde er auf keinen Fall. Er und Henderson sind alte Freunde, meutern käme für York nie in Betracht. Schwachsinn...
Eine Menge Aliens? Fragt sich was man unter einer Menge versteht... Und die wollen der Mannschaft nicht an die Wäsche. Nur, wenn man das als Redewendung für "Sie wollen die Camdem Lock in den Boden stampfen und Henderson als Erstes" versteht, dann stimmt das. "Kill the humans"...

Eine Weltraum-Comedy, die etwas auf sich hält, spielt nicht einfach irgendwo und irgendwann. „Hyperdrive - Der Knall im All“ beginnt im selben Jahr wie die Kultserie „Star Trek: Enterprise“ - im Jahr 2151. Das Empire versucht im Rennen um den Weltraum mitzuhalten und die britische Kultur auch in den letzten Winkel der Galaxis zu tragen. Das geht natürlich nicht ohne eine große Portion Selbstüberschätzung und geregelte Teepausen. An Bord des Raumschiffs „HMS Camden Lock“ ist die Elite der britischen Raumfahrt versammelt, wie z.B. der chronisch unentschlossene Commander Henderson, gespielt von Nick Frost, und sein erster Offizier York, der gleich an mehreren Psychosen leidet und zunehmend Meuterei-Phantasien entwickelt.


Geregelte Teepausen? Nicht in der ersten Staffel, in der zweiten gibts einen Hinweis darauf als Teal mit einem Tablett erscheint während die Shiny Red Robots gerade die "Camden Lock" überfallen... Und Henderson ist NICHT CHRONISCH UNENTSCHLOSSEN, himmelherrgottsakramentnochmal. Und York entwickelt keine Meuterei-Phantasien - aber ich muss mich beruhigen, wer so dämlich ist den Untertitel "Der Knall im All" zu erfinden schreibt auch Pressemitteilungen, die vermutlich der Praktikant diktiert bekam und danach ist der Betreffende dann wohl verreist...
Wer sich von diesem Blödsinn nicht abschrecken lässt, der bekommt eine britische SF-Comedy-Serie präsentiert, die teilweise wirklich kein Klischee ausläßt und demzufolge manchmal an der Grenze zur debilen Albernheit hantiert - aber dann gibts wieder Momente, die einen daran erinnern warum man diese Serie überhaupt guckt und die Macher haben durchaus sehr interessante Ideen. So schon in der ersten Folge, in der man mitbekommt was passiert wenn das Raumschiff mal eben auf Standard-Werte zurückgesetzt wird nach dem Neustart. Nicht zu vergessen: "Lager is not a meal in itself! Eat food with your Lager!" ;-)
Geschrieben von: Christian Spliess
04.09.2007, 16:18 Uhr | Kategorie: Serien
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Funksprüche zu diesem Eintrag

  1. Ich weiss zwar, dass meine unmaßgebliche Meinung - naja eher unmaßgeblich ist...
    ...aber ich kann nur jedem raten sich WENN ES IRGENDWIE GEHT (torrent kann dein Freund sein) die Originalfassung anzuschauen. Bei der - zugegebenermaßen bemühten - deutschen Synchronisation geht doch (wie immer bei britischer Comedy) mindestens 101% des Sprachwitzes verloren...
    Ich für meinen Teil habe mir die ersten zwei Folgen der ersten Staffel bei Comedy Central auf deutsch angeschaut und irgendwann genervt umgeschaltet. Jetzt schaue ich mir die Originalfassung an... und bin hin und weg. Obwohl ich nur die Hälfte verstehe :))
    Wonko der Verständige am 29.12.2007 um 21:36 | #

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Autor: Christian Spließ | Herausgeber: medienrauschen Netzwerk | Alle Rechte vorbehalten.

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