Happy Birthday Perry Rhodan!
Es ist nicht so als ob es bei mir irgendjemanden in der Familie gegeben hätte, der Heftromane gelesen hätte - nein, so ganz stimmt das nicht, ich erinnere mich daran mal Zamorra-Titelbilder bei meinem großen Bruder gesehen zu haben. Ameisen, die gerade jemanden auffressen oder so. Nicht gerade das, was man lesefördernd nennt. Nach einer kurzen John-Sinclair-Phase, die wohl jeder mal in seinem Leben hat, der eine länger, der andere weniger - bei mir eher weniger - war es dann reiner Zufall dass ich auf Perry-Rhodan stieß. Das war in der Mitte des Ennox-Zyklusses - die Vandemaar-Zwillinge waren noch nicht als Zellaktivator-Träger ausersehen worden und Gucky sprang mehr oder weniger glücklich auf der Suche durchs Universum während die Ennox den Galaktikern den letzten Nerv raubten. Das muss so Anfang der 90ger Jahre gewesen sein, ich könnte das natürlich auf der Perry-Webseite nachsehen. Aktiv im Fandom war ich da noch nicht, wenngleich ich die Leserkontaktseite immer mit Vergnügen las.
Perry Rhodan verdanke ich meinen aktiven Einstieg ins Fandom. Denn ohne Perry wäre ich nie auf den TCE aufmerksam geworden und auf die Bandbreite der Heftromane am Kiosk, denn neben VPM gibts ja immer noch Bastei sowie die Frauengruselromane von Kelter. Daneben las ich auch - und ich gebe das zu - mit Vergnügen alle Red-Light-Ranch-Romane von Earl Warren. Bei Bastei erlebte ich dann etliche Serien mit, aber Perry war eigentlich immer eine Konstante. Warum hat sich das geändert?
Nein, es waren nicht die Dscherro. Es war Thoregon, dass mich letztendlich vom Lesen abbrachte. Und die Erkenntnis, dass man sich bei Perry nach einigen Zyklen schlicht und einfach an den Grundschemata sattlesen kann. Nichts gegen sich wiederholende Bedrohungen, das gehört zu jeder guten Geschichte dazu - aber es ist natürlich immer Terra oder das Sonnensystem was gerettet werden muss, dazu kommt die Angewohnheit wunderbar erdachte Alien-Völker zu erfinden die nach dem Zyklus dann in der Versenkung verschwinden, die Hintergrundgeschichte wird dann aber immer in einem Zweiteiler ausgewalzt. Das Problem für mich besteht auch darin, dass die Figuren bei Perry - jedenfalls zu dem Zeitpunkt an dem ich ausstieg, ich versuchte es ja immer wieder bei den Jubliläumsbänden und war dann spätestens bei Heft 5 wieder gelangweilt - keinen Grauschleier haben. Sicherlich gehören die absolut Guten ebenso zu einer kosmischen Saga wie die absolut Bösen - das ist bei Star Wars ja auch nicht anders, klar, aber Star Wars hat immerhin Han Solo. Der ist ja wenigstens etwas jenseits von Gut und Böse. ;-) Bei Perry gibts für mich keine Figuren, die glaubwürdig sind. Und wenn es einen Ansatz gab, wurde der rasch wieder platt gemacht wurde.
Nichtdestotrotz: Am 17.07. erschien Heft 2500. Das wurde sicherlich beim Garching-Con von den Fans gefeiert. Und auch von mir gibts an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch. Denn obwohl ich die Serie nicht mehr lese habe ich immer noch ein freundliches Auge drauf. Nun denn - auf den nächsten Großzyklus von 200 Heften oder so...