Hierzulande ging die Reihe um die "Wild Cards" leider etwas unter - dabei ist das Shared-Universe durchaus ein sehr faszinierendes: Wo gibt es schon echte Superhelden und echte Superschurken? Gut, in jedem Teil einer mittelmäßigen Comic-Verfilmung. Aber diese Helden und Schurken haben eines gemeinsam: Beide entstanden durch einen außerirdischen Virus, der rund 90% der Bevölkerung auslöschte. Und die DNA der restlichen 10% halt umschrieb. Klingt nicht so ganz nach einem A-Movie-Kracher? Ist es aber durchaus, denn das Universum, dass George R. R. Martin zusammen mit anderen Autoren geschaffen hat, hat seine Reize. Die Geschichten der einzelnen Charaktere verweben miteinander, Storylines tauchen auf und wieder unter und alles ist mit allem irgendwie verwoben. Halt ein Universum, das diverse Autoren bevölkern und dann durchaus auch Gebrauch von den anderen Figuren machen. So ein Shared-Universe ist momentan nicht so ganz in der Mode, aber George R. R. Martin hält an "Wild Cards" fest. Jetzt ist nämlich in den USA der 18. Band der Reihe erschienen. "
Inside Straight" heißt er und enthält wieder unterschiedliche Geschichten aus dem gemeinsamen "Wild Cards"-Universum.
Hierzulande erschienen die Bände mal vor Zeiten bei Heyne, sind momentan auf deutsch auch nur antiquarisch zu bekommen. Eventuell ein Grund mehr mal zur englischen Originalausgabe zu greifen - inwieweit die deutschen Bände nun die englischen wiederspiegeln kann ich auch nicht beurteilen, man splittet ja bekanntlich recht gerne hierzulande. Jedenfalls: Wer Spaß an Superhelden und Superschurken und durchaus cleveren Kurzgeschichten hat, der sollte sich die Reihe ansehen. (Ich vermute, ich bin der einzige Autor, der jemals dazu Fanfiction geschrieben hat, hüstel...)