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Futurama - Vergleich zwischen Original und Synchrofassung

Diesmal geht ein ganz, ganz, ganz großer Whuffie an den Herrn Abspannsitzenbleiber, der hat diese Kostbarkeit, diesen Schatz, diese grandiose Arbeit als Erster gehoben und verdient nochmal viele, viele Whuffies. (Was Whuffies sind? Ab Oktober bei Heyne oder schon früher bei Cory Doctorow nachlesen. Ian Banks hat sowas als Kudos, aber nichts geht über Whuffies... Ich schweife mal wieder ab, macht nichts.)
Auf dieser Webseite hat sich der Verfasser namens satre synchron eingehend mit Futurama befasst. Mit Staffeln 2 bis 4 der Serie und hat diese mit der deutschen Synchronisation verglichen. Herausgekommen ist ein faszinierendes, einfach anbetungswürdiges Werk dass etliche Klöpse der Synchro aufzeigt und zudem endlich mit dem Vorurteil aufräumt Futurama sei eine Kinderserie. Hey, das sind die Simpsons auch nicht - das sieht nur alles so harmlos aus! Ich zitiere einige Sätze und verharre dann in ehrfürchtigem Schweigen vor diesem wunderbarem Werk:

Die Hauptcharaktere benutzen ein festes Repertoire an Markensprüchen, die sich als Running-Gag durch die gesamte Serie ziehen. Hier ist es wie in der Werbung: je kürzer, desto einprägsamer, und immer gleich. Eine Firma kann seinen Slogan aufgrund eines Imagewechsels durch eine langwierige Werbekampagne verändern, so wie eine bekannte Fastfoodkette plötzlich geliebt werden muss, anstatt lediglich gut zu sein. In Zeichentrickserien ist das aber undenkbar. Wenn Homer Simpson nach 400 Folgen why you little! brüllt, erwarten wir in Vorfreude, dass Barts Kehle in den nächsten Sekundenbruchteilen dran glauben wird. Pawlow würde es einen Reflex nennen, Fry bringt es auf den Punkt: But that's not why people watch TV. [...] unexpected things make them feel scared. Leider werden diese Markensprüche in der Synchronfassung unnötig in die Länge gezogen und meist variiert oder verfälscht.
Bestenfalls ist die Silbenverteilung in der Übersetzung mit der Originalfassung identisch. Und weil die Animateure die Lippenbewegungen aufs Englische Drehbuch ausrichten, muss sich die Synchronfassung zwangsweise daran halten. Ein gutes Beispiel ist Benders 7-Silbrige Bemerkung: Bite my shiny metal ass!, die in der Synchronfassung zum 15-Silbrigen Du kannst mich mal an meinem glänzenden Metallarsch lecken wird. Abgesehen davon, dass diese Phrase nicht mehr so knackig ist, entstehen durch die Silbenverdopplung Probleme mit der Lippensynchronität. Wenn Benders Spruch in einen Satz integriert wird, müssen entweder andere Wörter gestrichen (= Verfälschung) oder schneller gesprochen werden (= mögliche Asynchronität). Die Herkunft von Benders Spruchs ist übrigens 'bite me!' = "Leck mich am Arsch!". Eine knappere Übersetzung bietet sich geradezu an: Leck mich am blanken Metallarsch! (8 Silben). Dass es sich um seinen handelt, verrät die Handgeste und der Metallgehalt seines Körpers.


Na schön. Hiermit bekenne ich mich: Ja, ich bin der, der mit diesem Satz gemeint ist: Genau so ist es möglich, dass sich ein Jugendlicher die "Golden Girls" anschaut, auch wenn das Alter der Hauptdarsteller um ein vielfaches höher liegt.So. Jetzt ist es endlich raus, ich habe die seit ich 16 bin gesehen! Jawoll! :-)
Geschrieben von: Christian Spliess
31.01.2007, 01:28 Uhr | Kategorie: Allgemein Serien
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Autor: Christian Spließ | Herausgeber: medienrauschen Netzwerk | Alle Rechte vorbehalten.

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