
Natürlich muss ein Film, der auf dem "Sturm" von Shakespeare basiert mein Interesse wecken und Leslie Nielsen als schmucker, junger Raumschiffkapitän zusammen mit Anne Francis - nicht zu vergessen Robby, dem Roboter, eine wahre Hollywood-Ikone - nun, er ist schon faszierend. Desweiteren ist der Klassiker einer der Filme, die man mit der ganzen Familie gucken kann. Wenngleich die Geschichte selbst vermutlich auch eher etwas für das Alter ab 12 ist, denn dass die dunkle Seite des Wissenschaftlers sich als Monster materialisiert wird man wohl erst ab dem Alter wirklich verstehen.
Momentan gibt es jedenfalls die Filmmusik auf CD für einen
sagenhaft billigen Preis. Da muss man einfach zuschlagen. (Hmm, bin ich wirklich nicht der Einzige, der dazu noch die Musik von "Shaft" und "One Flew over the Coocoo's Nest" bestellt hat? Erstaunlich...)
Es ist wirklich schade, dass das Werk des Ehepaars
Louis und Bebe Barrons ein wenig untergegangen ist während all der Zeit. Denn ihnen gebührt der Ruhm denn allerersten komplett elektronisch gestalteten Soundtrack der Filmgeschichte komponiert und entwickelt zu haben. Der Film wurde zwar auch für den Oscar nominiert, allerdings gab es Probleme mit der American Federation of Musicians, die Barrons waren dort keine Mitglieder, deswegen erwähnte man den Namen der Barrons nicht und dem Score selbst blieb eine Oscarnominierung komplett verwehrt.
Die Barrons, die einige Zeit in den 50gern mit einem Pionier der modernen Musik, John Cage, zusammenarbeiteten entwickelten für die atmosphärischen, dichten, eindrucksvollen Klänge - die einen großen Teil der Faszination dieses Films bilden - eigene "
Electronic Curcuits". Der
Ring-Modulator, der bis heute verwendet wird, gehört zu dieser Art von Technologie. Obwohl es schon Ansätze in den 30gern für moderne Syntheziser gab, wurde das erste Modell knapp 8 Jahre nach der Filmmusik der Barrons entwickelt.
Obwohl sich die Beiden 1970 trennten arbeitete sie bis zum Tod von Louis 1989 noch zusammen. Bebe Barron stand immerhin von 1985 bis 1987 der Society for Electro-Acoustic Music in den USA vor. 1999 erhielt sie einen Kompositionsauftrag von der Universität von Californien in St. Barbara, das Werk mit dem Titel "Mixed Emotions" wurde ein Jahr später fertig. Momentan beschäftigt sie sich mit computergenerierte Sprachausgabe und ist als Programmiererin tätig.
"Forbidden Planet" gebührt mit Recht ein besonderer Platz in der CD- oder Plattensammlung des SF-Fans, auch wenn man keinen traditionellen Filmscore vor sich hat sondern eher Soundscapes, Klanglandschaften. Mögen später auch Oskar Sala oder der Moog-Synthesizer prominenter im Gedächtnis der Liebhaber elektronischer Klänge gewesen sein, das Werk der Barrons ist eine wichtige Facette und wer Kraftwerk-Alben hört, sollte sich daran erinnern dass mit "Forbiden Planet" die elektronische Musik erstmals an die Ohren der Massen drang.