Doctor Who Christmas Special: The Runaway Bride
Wir erinnern uns: Erst vor wenigen Sekunden haben sich der Doctor und Rose Lebewohl gesagt, Tränen flossen auf beiden Seiten, der Doctor ist noch ganz hin und weg von seinen Emotionen - der Zuschauer auch, der noch das Hammerfinale der zweiten Staffel im Kopf hat - und auf einmal materialisiert sich inmitten der TARDIS eine junge Frau im Brautkleid. "What?" ist das Einzige, was der Doctor erstmal rausbringt...
Und dieses "Was"? entfährt auch dem Zuschauer. Die Zuschauer in den UK allerdings können wenigstens auf die Frage nach dem "Who" beantworten: Denn in der TARDIS materialisiert als Donna die in England beliebte Komikerin Catherine Tate, die - da kommt jetzt eine Verbindung zur letzten Staffel - auch in "That Peter Kay Thing" zu sehen war. Bekannt wurde sie aber durch ihre eigene Show, eben die "Catherine Tate Show", die drei Staffeln erlebt und momentan ist ein Special fürs nächste Jahr im Gespräch. Und erst im nächsten Jahr werden wir auch mehr vom Doctor sehen, das Schlimmste an diesen Folgen ist ja immer die Clip-Show am Ende mit der für die nächste Folge - in diesem Fall der gesamten dritten Staffel, ähnlich wie im letzten Jahr - geworben wird. Verdammt, nach dieser Folge hat man entweder das Verlangen sofort mit der nächsten Staffel anfangen zu wollen - was ja nicht geht, seufz - oder man schaut sich nochmal das Finale der zweiten Staffel an. (Das schmerzt übrigens immer noch, oh ja... Schnüff.)
Dieses Special nun hat alles, was eine gute Doctor-Who-Folge ausmacht: Eine nette Story, die teilweise vielleicht etwas zu strange für manche ist aber wer die alte Serie kennt ist ab und an sehr seltsame Story-Arcs gewohnt - ich schreiben nur Sylvester McCoy und die Folgen mit diesem lebenden Metall, ähem, "Delta and the Bannermen" ist ja auch nicht unbedingt, aber lassen wir das...
David Tennant darf ohne Rose den "Dark!Doctor" etwas raushängen lassen, was ihm hervorragend steht übrigens, könnte er in der dritten ruhig öfters mal machen. Und Donna hat Recht, wenn sie am Ende der Folge sagt, dass der Doctor jemanden braucht - und sei es nur, ihn ab und an zu stoppen. Da kommt einem natürlich sofort die "Dalek"-Folge in den Sinn...
Vielleicht ist für manchen etwas zu viel Reminiszenz an Rose in dieser Folge enthalten, aber ich finde dass gerade mal drei Momente bei rund einer Stunde nun nicht das Maß überschreiten, für etliche war Rose gegen Ende der zweiten Staffel doch etwas zu gut aufgelegt, etwas zu nervig manchmal mit ihrer Unbekümmertheit. Na ja, neuer Doctor - man munkelt ja, dass gewisse Aspekte von Rose auch auf ihn abgefärbt haben sollen während der Regeneration...
Die Robot-Santas sind wieder mit von der Partie und auch diesmal spielt ein Weihnachtsbaum eine Rolle. Aber dann doch etwas anders als beim letzten Mal und die Santas sehen auch ein wenig anders aus. Das Effekte-Team und die Maske hat jedenfalls großartige Arbeit geleistet, die Emperess sieht gut aus und diese künstlichen Augen blinzeln sogar ab und an!
Letzter Pluspunkt ist der Soundtrack, der diesmal eher am Swing orientiert ist, viel Blech enthält - na ja, die Robot Santas halt - und "Love don't roam" schmuggelt sich so unbemerkt in die Folge rein, dass man es gar nicht merkt. "Merry Christmas" von Slade in der Szene ist sicherlich keine Anspielung auf "Life on Mars", obwohl auch aus dem Jahr 1973... Ich guck zuviele Serien. ;-)
Alles in allem bekommt man in einer Stunde Heiteres und Dramatisches geboten, viel Action natürlich - also die TARDIS mal neben einem rasenden Auto zu sehen, holla - und wenn man jetzt nicht unbedingt die ersten neuen Staffeln gesehen hat - zum Einstieg bietet sich diese Folge auf jeden Fall an, zumal die Remiszenzen an Rose nur sehr kurz sind und man nicht unbedingt wissen muss was da war - obwohl - wenn bei der Erwähnung von ihr im Score ein gewisses Thema erklingt... Schnüff. Dieses Staffelfinale tut immer noch verdammt weh, oh ja... Schnüff...