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Das NGCamp - Phase 0.1

"Der Besserwisser muss ja mal wieder irgendwas machen was keiner versteht", werden Einige nörgeln. "Anstatt dass er normale Cons unterstützt, macht er einen eigenen..."

Nein.

Wirklich nicht.

Erstens: Der DortCon09 wurde im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstützt. Ich bin - um das nochmal klarzustellen an dieser Stelle - auch nicht im Geringsten beleidigt darüber, dass keiner von mir Notiz genommen hat. Denn: Je unauffälliger der Berichterstatter an sich ist, desto besser gelingt es ihm die Atmosphäre und die Stimmung des Events darzustellen. Insofern war der DortCon09 ideal. ABER - und das ist ein Punkt, der mit ausschlagebend für das Projekt NGCamp war und ist: Im Grunde können wir uns die ganze Diskussion über das Älterwerden des SF-Fandoms schenken, denn es ist - jedes - Mal - das - Gleiche. Es gibt diese Diskussion seit - hmm - schätzungsweise vier Jahren, immer so ein, zwei, drei Wochen nach den eigentlich Cons wo man mal wieder feststellt, es müsse ja, endlich, endlich, endlich mal das Fandom so an sich gerettet werden und überhaupt, der Nachwuchs, der fehle ja total. Danach folgt dann eine intensive Forendiskussion, bei der dann sicherlich - das will ich nicht bestreiten - auch wichtige und entscheidene Dinge angesprochen werden. Aber dabei bleibts dann: Beim Ansprechen. Beim Umsetzen der einzelnen Punkte hält man sich - nicht generell, ich weiß von etlichen Cons wo (wohl mit Erfolg) auch mal andere, neue Dinge ausprobiert werden - dann an das Gewohnte. Was wieder zur Folge hat, dass beim nächsten DortCon11 bestimmt - und ich wäre froh, wenn sich meine Prognose NICHT bestätigen würde - wieder dieselben alten SF-Fans zum selben Kaffeklatsch versammeln.

Ich möchte das auch keineswegs abwerten: Ich mag es ja auch wenn ich bei den Cons Gesichter sehe, die ich sonst nicht sehe. Ich mag auch Stammtische sehr gerne, deswegen habe ich ja einen fürs Corona-Magazin initiiert ;-) - aber im Grunde dreht sich ein Teil des SF-Fandoms immer schön regelmäßig im Kreis. Ausgerechnet dann der Teil, der sozusagen das Herz darstellt, nämlich die kleineren Cons, die Stammtische oder eben halt auch etwas größere Events unternehmen seltsamerweise nichts um auch mal annähernd interessanter für die "coolere Zielgruppe" zu werden. Es reicht nicht, wenn man einen Schülerwettbewerb veranstaltet - man muss diese Zielgruppe abholen. Stichwort Schwellenangst. Stichwort Eintrittspreise. Stichwort interessante Programmpunkte oder gar - schocking - eine eigene separate Programmschiene gezielt für Kinder und Jugendliche. Beim DortCon ist es so, dass zwar mit den Schulen zusammengearbeitet wird, die haben aber einen eigenen Programmpunkt und GEHEN dann wieder... (Man könnte sich fragen warum, aber auch das unterlässt man tunlichst.)

Ums klarzustellen: Nein, ich rette das Fandom nicht.

Ich habe nur meine Erfahrungen - die habe ich im VORFELD des DortCons angeboten und ich HABE euch unterstützt. (Untersteht euch also mir vorzuwerfen, ich würde jetzt wegen des "Effekts" irgendwas tun, ihr Lieben. Nein - ich habe das Framework aufgestellt, habe es erklärt - aber ihr habt ja noch nicht mal gefragt wies funktionieren soll. Zudem muss man bestimmte Dinge einfach mal zeigen.)

Was aber wichtig wäre: Einfach mal ausprobieren. Einfach mal offener sein - Walter H. Hunt hat einen ganz wichtigen Punkt in seinem Panel angesprochen. SF-Fans neigen zur Cliquenbildung und zur Abschottung. Man kann zwar auf Conventions immer Leute ansprechen - wenn man denn mal über die Schwelle des Gebäudes gekommen ist... Deswegen probiere ich einfach mal in den "blauen Dunst" hinein, ich organisiere auch keine Convention - nein - WIR organisieren eine Unconvention.

Ich werde nicht erklären was ein Barcamp ist, dass kann man nachschlagen. Ich werde auch gerne in die Rolle des Koordinators schlüpfen und schauen ob die beiden Ziele - das eine wäre das Unperfekthaus als Austragungsort, das andere der Herbst diesen Jahres - erreicht werden. Ich bin mir da ziemlich sicher, denn der To Be Frelling CONtinued sowie auch der - auf privaterer Basis organisierter - Zeitkongress funktionieren ja nach dem Prinzip. Es ist ja auch keine neue Veranstaltungsform - siehe Open Space - es kommt halt nur das Web als Organisationspunkt hinzu.

Obs klappt: Keine Ahnung. Aber selbst wenn nicht: Was in aller Welt haben wir denn zu verlieren?
Geschrieben von: Christian Spliess
29.03.2009, 12:21 Uhr | Kategorie: Allgemein
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