Das Finale von “Life On Mars” - Gut? Schlecht? Mittelmäßig?
Irgendwann werde ich dazu noch mal detailliert in die Tiefe gehen - vor allem wenn die zweite Staffel hierzulande wohl im Herbst - hoffen wir es mal - bei Kabel1 gelaufen ist und somit das Ende dann auch allen bekannt sein dürfte. Jetzt ist aber erstmal die Kunst gefragt nicht zu viel und nicht zu wenig zu schreiben, eine Spoilermeldung sei angebracht... Also nicht weiterlesen wenn ihr nichts wissen wollt, ich kann mich ja verschreiben. ;-)
Das Ende von LOM spaltet die Fans in zwei Gruppen: Entweder man liebt es oder man hasst es. Das Perfide an diesem Ende ist, dass die Serienmacher ja dann auch noch den Zuschauer eine Achterbahn der Gefühle durchlaufen lassen und im Grunde genommen scheint es so als hätte man alle drei möglichen Enden in eines zusammengepackt. Oder zwei. Ja, die Frage wo Sam wirklich ist wird tatsächlich gelöst. In dieser Hinsicht enttäuschen die Macher die Fernsehzuschauer nicht. Es ist nun nicht stringent alles aufgelöst - so bleibt die spannende Frage wohl im Raum bestehen wo Sams Freundin eigentlich die ganze erste Staffel über war, schließlich taucht sie in der zweiten ja zumindest einmal auf um dann wieder... Aber das wäre schon zuviel des Guten.
Im Grunde genommen wird das Ende schon relativ früh angedeutet. Nämlich mit Elton John. Die "Zauberer von OZ"-Anspielungen sind zwar in der zweiten Staffel enorm zurückgefahren, aber sie sind da. Deswegen ist "Goodbye Yellow Brick Road" zu Recht passend, man schaue sich mal den Liedtext an. Wenn ich jetzt noch erwähnen würde welcher Song aus dem Film am Ende ganz besonders hervorgehoben wird, wäre das ja schon ein wenig zu einfach. Lassen wir es einfach mal dabei. Und schreiben, dass die Songs wieder grandios ausgewählt wurden und wir hier in Deutschland mal wieder um einige Minuten betrogen werden - der Import der zweiten Staffel aus den UK lohnt sich da vielleicht dann doch eher als das Warten auf die deutsche Staffel-2-Box.
Die zweite Staffel greift die Rätselraterei um Hyde auf - auch hier werden wir nicht im Regen stehengelassen, die ominöse Telefonnummer 2612 hat durchaus ihren Sinn. Wie auch diverse Anrufe. Zwischenzeitlich bekommt Sam sogar einen neuen Vorgesetzten und trifft seinen alten aus der Gegenwart wieder. Und die Mutter seiner Verlobten. Und seine Tante. Bis zum Ende also bleibt der Schwebezustand erhalten, in den die Serie einen versetzt: Ist das jetzt alles real? Ist Sam in der Zeit zurückgereist? Oder doch bloß alles Einbildung?
Bis zum Ende bleibt mal als Zuschauer im Dunkeln. Auch die Frage ob man ein Happy-End serviert bekommen wird oder nicht - geschickt spielen die Macher im Finale mit diversen Optionen bis man dann wirklich nicht mehr weiß wo einem der Kopf steht. Schlussendlich ist das Finale der Serie in sich schlüssig und rund. Zugegeben - man kann darüber streiten. Vielleicht soll man das auch. Matthew Grahams Statement im bekannten Railway-Arms-Forum - nein, das sucht mal selber raus ;-) - legt das zwar nicht unbedingt nahe. Aber wer sagt denn das gute Unterhaltung nicht auch einen Subtext hat über den man sich auslassen kann? Zumindest das ist für das Ende der Serie definitiv garantiert. Wenn auch manche meinen Sam würde zu einem moralischen Monster mutieren - das Ende ist wie schon geschrieben in sich rund und schlüssig. Und interessanterweise hat das Ende einige Parallelen mit einer anderen aufzuweisen. Ebenfalls eine britische Serie. Ebenfalls eine Mini. Allerdings in einem komplett anderem Genre. Wer jetzt erwartet, dass preisgebe welche hat sich aber gewaltig in der Tür geirrt...