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Das Erinnern der Kindheit: Captain Future

Es gibt Zeiten, in denen man froh ist wenn man eine DVD-Sammlung zu Hause hat. Diese Zeiten heißen Fussball-WM oder -EM. Zwar fängt das Spektakel erst richtig am Freitag an, aber schon jetzt brausen mal wieder Autos mit Fahnen und schwarz-rot-goldenen Scheinwerferüberzügen durch die Strassen - Stil ist ja auch anders. Gut, der SF-Fan hat ja neben der Vorfreude auf die nächste Torchwood-Staffel 2011 noch die ein oder andere DVD im Schrank. Mir liegt momentan vor: Captain Future, die erste DVD-Box. (Wobei: Ich verdamme die Tatsache Serien in Teilboxen rauszubringen. Außer bei Star-Trek, dann sind die günstiger. :-)) Das ist eine Serie, die ich als Kind gemocht habe und der beste Beweis dafür, dass man als Kind über Logiklöcher, Pathetik und diverse Schnitte einfach mal hinwegsieht. Als Erwachsener ist das schon etwas schwieriger...

Irgendwann war ich auch mal im Besitz eines Originalromanes - nun ja, deutsches Bastei-Taschenbuch eher - von Hamilton und habe mich dann schon über einige Dinge gewundert, die ich aus der Erinnerung ganz anders kannte. Kein Wunder, für die Zeichentrickserie hat man ja auch einige umgemodelt. Und bearbeitet. Und geschnitten offenbar. Denn man musste damals wohl alles in knapp 25 Minuten reinquetschen und einige Szenen sind dann bei der Bearbeitung entweder ganz entfallen oder werden dann wenigstens vom Erzähler nachgereicht. Manchmal auch nicht. So bleibt es desöfteren unklar wo auf einmal die Protagonisten herkommen oder wie Future es schafft Ken beim Gravium-Minen-Dreiteiler ohne Sauerstoffgerät zur Comet zu bringen. Sehen wir mal davon ab, dass beide extrem trocken sind... ;-)

Falls jemand übrigens bisher den englischen Doctor Who als kindisch empfand, der sollte bitteschön mal bedenken, dass beim Doctor immerhin kein Vampir-Tang - jaha, blutsaugender Tang! - vorkam. An solchen Sachen merkt man die eigentliche Entstehungszeit der Geschichten, Hamilton schrieb ja bekanntlich ab 1940 rum seine Abenteuer. Sprich: Wir sind im Pulp-Universum angelangt. Deswegen darf es natürlich auch an Unterwasserwesen nicht fehlen, Sauriern und allem, was halt so typisch für diese Zeit ist. Fliegende lebende Gehirne. Ein Androide - ja, ein Androide. Nicht Android. An-dro-i-de! Ebenso das Frauenbild: Joan Lander gerät - natürlich - immer irgendwie in Lebensgefahr aus der sie - natürlich - immer der holde Recke Future retten muss. Und wenn sie nicht auf seine klugen Ratschläge hört, so passiert das halt öfters. Es sei denn der Captain selbst schickt sie los... Ja, ja.

Klar, die Schurken sind durchgeknallte Wissenschaftler oder knallharte Schurken, die größenwahnsinnig sind. Wobei - worin besteht da nochmal der Unterschied eigentlich? Gut und böse sind sehr klar eingeteilt und natürlich darf dann auch Technobubble nicht fehlen. Der hält sich glücklicherweise aber in der Serie in Grenzen, also nichts mit Heisenberg-Kompensatoren oder so. Immerhin. Jedenfalls: Manche Serien sind ja auch im Nachhinein immer noch außergewöhnlich. Captain Future ist das eher nicht. Wenn man seinen inneren Logiksektor aber abschalten kann und an einem Sonntag - oder während Fußball läuft - Zeit hat könnte Spaß an der Serie haben. Leider beschränken sich die Extras auf der DVD auf Texttafeln - die liest doch eh keiner durch - und auf die japanischen Credits. Die sind zumindest interessant, denn unweigerlich hat man ja den Soundtrack von Christian Bruhns - immer noch großartig übrigens - im Ohr. Nun, japanische Animes haben so ihre eigenen Titellieder... :-)
Geschrieben von: Christian Spliess
08.06.2010, 00:14 Uhr | Kategorie: Serien
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Funksprüche zu diesem Eintrag

  1. Jau, geschnitten wurde ganz gewaltig, aus Vier- Episoden-Stories machte man Dreiteiler, was manche Sprünge in der Handlung erklärt.

    Irgendwann hatte ich einen Anfall von kindlicher Regression und besorgte mir bei Ebay die ungeschnittene französische DVD-Box. Nun konnte ich zwar endlich die ursprüngliche Handlung rekonstruieren, nur leider ohne die Musik von Christian Bruns, die einen großen Teil des Kultfaktors dieser Serie ausmacht. Stattdessen musste ich in allen Actionszenen den französischen Titelsong "Capitan Flame" ertragen... :-)
    Wolf am 16.06.2010 um 10:59 | #

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