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Chicks with Guns: Bubblegum-Crash-DVD-Rezension

Mega-Tokyo: Die neue Boomtown nach dem Erdbeben, dass die alte Stadt total zerstörte. Eine Stadt, in der Menschen und Voomer Seite an Seite leben. Voomer? Das sind künstliche Lebensformen, die von Doctor Katsuhito Stingray erschaffen wurden und den Menschen eine Menge Arbeit abnehmen. Natürlich aber auch Konfliktpotential abgeben - in diesen Fällen greift dann eigentlich die AD-Police ein, eine Spezial-Truppe. Doch diese ist gegen die ominösen Machenschaften, die jetzt in Mega-Tokyo vonstatten gehen machtlos: Söldner, die spezielle AI-Chips stehlen, eine neue Voomer-Variante mit neuer künstlicher Intelligenz steht unter Beschuss und hinter all den rätselhaften Aktivitäten steckt ein Drahtzieher, der der AD-Police über ist. Doch glücklicherweise gibt es die Knight Sabers, die mit ihren wohlgeformten - ähem - Suits den Polizisten beiseite stehen - und dem Drahtzieher schon mal begegnet sind...
Dass das Universum, in dem "Bubblegum Crash" spielt, gewachsen ist und einige Handlungselemente in den drei jetzt auf DVD von Panini-Video veröffentlichten Episoden auf Ereignisse zurückgehen, die in den vorhergehenden Serien geschehen sind klingt nach einem recht anstrengenden Anime-Abenteuer. Gücklicherweise haben die Macher der Serie das mit diversen Rückblicken gut gelöst so dass man sich auf die Handlung konzentrieren kann. An dieser Stelle muss man Panini-Video loben und etwas tadeln: Das Miniposter, das als Booklet der DVD beiliegt, bietet auf der Rückseite zwar sehr viele Informationen über die Serien selbst - so dass auch hier ein Einstieg in die Welt von "Bubblgum Crash" ohne Vorwissen möglich ist - und diese sind auch detailliert und wirklich gut gemacht. Das Postermotiv selbst dagegen ist - tja - sagen wir, es sieht so aus als habe jemand ein Photo aus dem Netz genommen, es etwas aufgezogen und dabei vergessen, dass die Ausgangsqualität vielleicht etwas zu niedrig für sowas war. Sehen wir mal davon ab dass die Farben total blass sind - seltsamerweise auch beim DVD-Cover, dass das selbe Motiv zeigt, hatte man da keine geeignetere Vorlage für? - ich würde mir sowas nicht aufhängen. Wobei: Warum müssen es eigentlich immer halbnackte Frauen sein, die auf solchen Dingern zu sehen sind? Nun ja...

Vorneweg: Zwar ist im Menü der Punkt Extras vorhanden, aber hier findet sich nur ein Trailer für weitere DVDs aus dem Programm von Panini und die deutschen Credits. Mag ja interessant sein, aber dennoch enttäuschend. Echte Anime-Fans werden sich dagegen freuen dass auf eine deutsche Tonspur verzichtet und untertitelt wurde - ehrlich gesagt ist mir diese Variante auch lieber als deutsche Synchronisationen, denn die japanische Sprache an sich ist schon eine, die auch wenn man sie nicht versteht doch mehr durch den Klang vermitteln kann als deutsche Stimmen. Wobei die Untertitelmacher da teilweise auch schlampen: Da wird aus den Voomern mal kurzerhand Boomer, Stingray wird zu Stingflay. Unschön...
Die Bildqualität ist für eine Serie in Ordnung, nicht herausragend gut, aber in Ordnung für eine solche Serie.

Bis auf eine Sequenz des Vorspannes sollte man sich auf sehr gediegene Animationen gefasst machen - also keine CGI-Experimente sondern gutes altes Handwerk. Und ebenso wie dieses sehr solide ist, ist es auch die Handlung: Die vier Hauptcharaktere erfahren keine allzutiefe Charakterisierung - Sylia ist die logisch denkende Wissenschaftlerin, Priss denkt zu Beginn nur an ihre Karriere als Sängerin, Nene ist sehr kindisch und hängt an Sylia und Linna liebt das Geld, Aktienkurse und Banken. Während in Episode 2 zumindest Priss ein wenig mehr Tiefe bekommt, allerdings auch nicht so viel dass man nun total angenehm überrascht wäre von der Figur, werden die restlichen Charaktere zwar ab und an ein wenig ausdifferenziert, aber auch nicht so sehr dass sie vom liebgewonnen Verhalten abwichen. Mag sein, dass in der Vorläuferserie da mehr getan wurde, hier jedenfalls ist es mir ein wenig zu wenig.
Desgleichen ist auch die Handlung solide, aber keineswegs aufregend oder neu: Natürlich sind am Ende die Voomer angestachelt von dem ominösen Drahtzieher, einem alten Feind der Knight Sabers, die Bösen gegen die vorgegangen werden muss, der Bösewicht ist auch wirklich richtig böse, die Guten sind auch richtig gut - darüberhinaus gibts Explosionen, natürlich Mechs und stylisch choreographierte Kämpfe. Aber das ist alles nichts Neues, das kennt man, das hat man aus Dutzend anderen Serien schon mal gesehen und so folgt man der Handlung zwar amüsiert, aber nichtsdestotrotz teilweise auch mit einem "Das war ja klar und offensichtlich"-Ausruf auf den Lippen.

Was nach den rund 145 Minuten Handlung bleibt ist das Gefühl, dass man seine Zeit nicht gerade verschwendet hat, allerdings hat man jetzt auch nicht das Verlangen unbedingt die Vorläuferserien nachzuholen. Es ist nette, solide gemachte Unterhaltung aus dem Genre, neue Akzente darf man nicht erwarten. Wer langbeinigen Schönheiten und der obligatorischen Verwandlungssequenz - einmal animiniert, immer wieder gern gezeigt - etwas abgewinnen kann darf gerne zugreifen. Ich selber definiere sowas immer als "Sonntagsnachmittagsunterhaltung": Da darf es gerne mal etwas solider und anspruchsloser sein, aber wer "Neon Genesis Evangelion" kennt wird wissen, dass es weitaus Besseres gibt.
Geschrieben von: Christian Spliess
15.12.2006, 13:01 Uhr | Kategorie: Allgemein
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Autor: Christian Spließ | Herausgeber: medienrauschen Netzwerk | Alle Rechte vorbehalten.

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