Im Idealfall decken Blogs heute das ab, was Fanzines früher abgedeckt haben. So Johnny Haeusler im Interview mit der
Netzeitung. Ich weiß ja nicht was früher Fanzines abgedeckt haben, so alt wie Johnny bin ich nicht und erst seit 1993 bewußt in der Fandomszene, aber Blogs als die neuen Fanzines im Internetzeitalter zu begreifen das ist eine Sache die ich nicht so direkt bejahen kann.
Sicherlich: Wenn man sich das so ansieht, die ganzen News-Rubriken, die Artikel, die Erlebnisberichte - das kann auch Platz in einem Blog haben. Die Kommentare sind dann die Leserbriefe und ab und an hat man auch schicke Photos, die man jetzt z.B. bei Flickr hochladen kann. Die reine Informationsvermittlung ist im Zeitalter des Internets recht einfach geworden - veröffentlichen, Link schicken und schon weiß die interessierte Zielgruppe, das wärt in diesem Fall ihr meine Lieben, dass es da und dort was Neues gibt. Sehen muß man natürlich dass die SF-Fanzines in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind, es gibt kaum noch richtige Neugründungen und diejenigen, die momentan herauskommen haben eine treue, gewachsene Leserschaft. Aber der Rückgang hat natürlich auch mit dem Nachwuchsproblem innerhalb der lesenden SF-Fans zu tun, das ja vermutlich kompetent in diesem Sommer noch gelöst wird - oder habe ich das mit der Gründung einer Arbeitsgruppe von VPM falsch verstanden damals?
Jedenfalls kommt es heutzutage nicht mehr nur auf die reine Informationsvermittlung, die Fakten an - wenn es danach ginge bräuchte man keine Fernsehzeitungen mehr, keine Sportmagazine, keine gedruckten Zeitungen an sich, denn das ist ja alles online mehr oder weniger. Worauf es ankommt ist das Wie. Sicherlich kann ein Blog, unterhaltsam aufgezogen und informativ das Informationsbedürfnis des Leser erfüllen. Das macht ein gutes Fanzine nun auch nicht anders, aber Fanzines haben einen zeitlichen Aspekt zum Einen - Blogs und Webseiten sind an sich flüchtig, da hilft dann auch die Wayback-Machine nicht unbedingt, Fanzine-Exemplare sind noch nach Jahren zugänglich - und zum Anderen sind Fanzines auch offline hervorragend lesbar. Gut, ausdrucken kann man sich natürlich auch die Blogartikel und in zehn, fünfzehn Jahren ist vielleicht die Vernetzung soweit geschritten, dass wir vernünftige Geräte fürs Internet haben, die wir dann wie den Ipod permanent mit uns rumschlörren, aber das Blättern in Fanzines, das In-Der-Wanne-Lesen, das ist definitiv noch ein Grund Fanzines zu kaufen.
Ich sage: Beide Medien haben ihre Berechtigung. Fanzines im Offline-Bereich, Blogs und Wikis und Web 2.0 halt im Online-Bereich. Und über diese Meinung können wir uns gerne noch in den Kommentaren auseinandersetzen.