2057 wäre als reine Doku sicherlich besser
Gestern habe ich mir dann natürlich den zweiten Teil von "2057" angesehen, den ersten Teil hole ich die Tage dann doch noch mal übers ZDF nach. Und um es mal vorweg zu nehmen: Diese Spielhandlung war - hmmmm - gewöhnungsbedürftig um es milde auszudrücken. Natürlich, das Ganze war nicht als Spielfilm geplant und demzufolge sind diese Fiction-Szenen die da eingestreut wurden nicht mit einem solchen zu messen - aber etwas mehr Mühe hätte man sich geben können, oder? So faszinierend diese Szenen auch waren, sie waren schlecht gespielt, die Handlung war unglaubwürdig - oh, wir lassen den Hacker am Ende gehen weil der die Stadt rettet, na klar doch, und auf die Stelle mit dem Lötkolben muss man kaum eingehen. Wie geschrieben: Natürlich hatte das Ganze eher illustrativen Charakter und war nie als eigenständiger richtiger Spielfilm geplant, aber dennoch...
Da waren die Ausblicke auf das was kommen könnte rein technisch gesehen schon eher interessant - auch die Frage wie in Zukunft Daten gesichert werden, was mich als Bibliotheksmenschen natürlich interessiert. Man weiß ja, dass die ersten Musik-CDs allmählich zu bröckeln anfangen, dass man heutzutage auch kein 5 1/2-Zoll-Laufwerk mehr zu Hause hat um eventuell altes Datenmaterial des C64 auszulesen und Disketten insgesamt auch langsam aussterben. Schade, dass nur ein Buzzword viel und an der Stelle nicht genauer drauf eingegangen wurde wie diese Speicherkristalle nun funktionierten - dafür waren die anderen wissenschaftlichen Teile durchaus interessant. Hätte man sich nur darauf beschränkt diese Teilbereiche näher zu beleuchten dann wäre das Ganze durchaus annehmbar gewesen. So aber bleibt ein merkwürdiger Nachgeschmack zurück und die Frage ob man für sowas wirklich Spielfilmszenen braucht - andererseits würde es dann wohl irgendwo im Spätprogramm des ZDFs unter ferner liefen laufen...
Und über das Thema Datensicherheit, Kontrolle und überhaupt gabs viel zu wenig - aber diese selbstverfolgenden Kameras waren schon gruselig...